paper positions Berlin 2026
Für die 10. Ausgabe der Paper Positions Berlin haben wir in diesem Jahr eine Auswahl an ganz besonderen Papierarbeiten der Klassischen Moderne zusammengestellt. Unter anderem zeigen wir Werke von Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Lyonel Feininger oder August Macke – den großen Protagonisten der neuen Kunst des frühen 20. Jahrhunderts.
So zeigt unser Blatt „Sich waschende Dodo“ Kirchners Freundin der Dresdner Jahre, die Hutmacherin Doris (“Dodo”) Grosse, die ihm in dieser Zeit das liebste Modell und zugleich auch seine Lebensgefährtin ist. Kirchner konzentriert sich auf den Akt und die rasche farbige Wiedergabe der Umgebung – alles, was zählt, ist der spontane, vitale Ausdruck.
Zehn Jahre später wird Davos sein neues Domizil, inspiriert von der alpinen Welt entfaltet er hier neue Energie und Kreativität. Unser Aquarell „Blick auf Davos“ mit seinen kräftigen Blau-, Rot-, und Grüntönen lässt die Natur mit ihren kontrastierenden Farbspielen lebendig erscheinen. Es ist förmlich zu spüren, mit welcher Hingabe sich Kirchner dem Naturstudium widmet.
Auch für Karl Schmidt-Rottluff ist das unmittelbare Erleben der Natur ein zentrales Thema, so wie in seinem Aquarell „Landschaft“. Ab 1919/20 erschließt der Künstler sich die Gestade der Ostsee und die Landschaft des hinterpommerschen Ortes Jershöft, wo er zu diesem poetischen Motiv kurz hinter den Dünen inspiriert wird. Zwischen hoch aufragenden Bäumen eröffnet sich die Weite einer sommerlichen Landschaft, womöglich ein Kornfeld mit goldgelben Ähren, hinterfangen von einem dichten, grünen Wald.
Lyonel Feininger ist eng mit diesen beiden Künstlern der „Brücke“ verbunden, nicht selten kreuzten sich ihre lokalen und künstlerischen Wege.
Sein Holzschnitt „Dorf in Sachsen-Weimar“ ist extrem selten und hat unikalen Charakter. Es existiert keine Auflage, bekannt sind nur einzelne Probedrucke auf verschiedenen Papieren. Die Architektur der verschachtelten Häuserstruktur wird von Feininger typischerweise kubistisch zerlegt. Das von ihm so geschätzte Medium des Holzschnitts gibt ihm die Möglichkeit, das Gesehene nicht getreu des Naturvorbilds wiederzugeben, sondern auf das Elementarste, auf reine geometrische Formen und Linien zu reduzieren.
Vor allem in seinen kleinformatigen Skizzen konzentriert sich die enorme Schaffenskraft und -Freude August Mackes: so konterfeit er 1914 auf seiner legendären Tunis-Reise mit einer beeindruckenden Leichtigkeit die „Hügelkette (Tunis)“ mit Kohle auf Velin. Mit kühnen Strichen, Linien, Punkten und Schraffuren unterschiedlicher Intensität gestaltet Macke den Raum mit orientalischen Figuren und Landschaftselementen.
paper positions berlin
1. bis 3. Mai 2026
Flughafen Tempelhof - Haupthalle
Platz der Luftbrücke 5, 12101 Berlin
Donnerstag, 30. April 2026
Professional Preview 14 – 18 Uhr (nur mit VIP-Karte)
Eröffnung 18 – 21 Uhr